Malawi

Für die baulichen Anlagen wurde bewusst eine in Malawi übliche Architektursprache gewählt, unter Verwendung ortsüblicher Materialien und Konstruktionen.

 

Warum Malawi?

Die Tragödie im Süden Afrikas hat viele Orte und viele Gesichter. Wer kennt schon Malawi? Die harten Fakten sind rasch erzählt:
Malawi liegt am Malawi-See zwischen Sambia im Westen, Tansania im Norden und Mosambique im Osten und Süden. Es leben dort ca. 16 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 120.000 qm.
Die menschlichen Katastrophen zeigen sich schon in diesen Zahlen:
Die Alphabetisierungsquote liegt bei 64 Prozent, die Kindersterblichkeit bei 12 Prozent. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 8 Prozent, nur 54 Prozent der Geburten können medizinisch betreut werden, die AIDS-Rate liegt bei hohen 11,9 Prozent.

 

Situation in Malawi

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von etwa 320 US $ p.a. einen der letzten Plätze ein. Zu den schwerwiegendsten Problemen zählen neben dem niedrigen und dazu ungleich verteilten Einkommen, der schlechte Gesundheitszustand und der unzureichende Bildungsstand. Dazu kommen das hohe Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig hoher HIV-Rate.
Die AIDS-Pandemie hat zur Folge, dass knapp 12 Prozent der Malawier vom HI-Virus infiziert sind. Dadurch sterben ganze Generationen aus. Den Landfamilien fehlen die Arbeitskräfte und die Versorgung der Kranken kostet die letzten Reserven der Familien. Zahllose Aids-Waisen werden entweder notdürftig von ihren Familien, meist den Großeltern, oder gar nicht versorgt.
Viele Kinder leben auf der Straße, sind auf der Suche nach Nahrung.
Der Hunger ist in weiten Landesteilen durch die zusammengebrochene Landwirtschaft (hauptsächlich Maisanbau) zu einem existenziellen Problem geworden.
Hinzu kommt die meist katastrophale medizinische Versorgung des Landes. Ein Arzt versorgt etwa 50 qkm, in mobilem Einsatz pendelnd, zwischen den ambulanten Stationen. Sowohl dieser ambulante Dienst, als auch die begrenzten stationären Möglichkeiten sind mit der Versorgung der Kinder und insbesondere der AIDS-Waisen völlig überfordert.

 

Städtepartnerschaft mit Blantyre

Hannover pflegt seit 1962 eine 1968 besiegelte Städtepartnerschaft mit Blantyre, der mit 446.000 Einwohnern größten Stadt Malawis. Damals wurden Hebammen, Krankenschwestern und Sozialarbeiterinnen aus Malawi in Hannover ausgebildet. Seitdem sind Projekte im Bereich Hygiene, Gesundheit und Ausbildung gefördert worden (z.B. Wasserkioske, um hygienische Trinkwasserquellen zu erschließen).
Die Situation in dem ohnehin an chronischen Armutsfolgen leidenden Malawi hat sich in den letzten Jahren und Monaten durch die AIDS-Pandemie extrem verschärft.
Die Regierung kann diese Krise nur durch direkte finanzielle Aufbau-Hilfe von außen bewältigen. Um die dramatisch anwachsende Zahl von AIDS-Toten und -Waisen in den Griff zu bekommen, ist jede Unterstützung zur Verbesserung der Situation gefragt. Hannover kommt hier durch die Städtepartnerschaft zu Blantyre eine besondere Rolle und Aufgabe zu. Die Stiftung "Hannover hilft" zeigt diese Verbundenheit und Verantwortung. Das Gesundheits- und Ausbildungszentrum ist psychischer und physischer Anker für AIDS-Waisen, die ihre Identität und familiäre Strukturen verloren haben.

© Hannover hilft. Malawi-Stiftung für AIDS-Waisen